Fauna

Wenn von der Tierwelt des Nationalparks Plitvicer Seen die Rede ist, fällt einem als erstes sein Wahrzeichen, der Braunbär, ein. Die Faunavielfalt des Parks ist allerdings weit größer als der "Ruhm" seines bekanntesten Vertreters. Seitdem die Plitvicer Seen wissenschaftlich untersucht werden, wurden im Gebiet der Plitvicer Seen bereits viele Tierarten nachgewiesen und dokumentiert.


Zu ihnen zählen die Wirbellosen, von denen die Mehrheit im Rahmen der limnologischen Untersuchungen gruppenweise erforscht wurde: Zooplankton, Makrozoobentos, Mikrozoobentos, weil die Wasserbiotope im Nationalpark von größter Bedeutung sind. In den Seen kommen zwei Krebsarten häufig vor: Fluss- und Bachkrebs.


Die Insektenarten, die zu den häufigsten Vertretern der Bodenbiotope zählen, weckten bei Wiesen- und Waldbiotopforschern besondere Aufmerksamkeit. Hohes Interesse weckte auch die Gattung der Schmetterlinge. Nach aktuellen Forschungen kommen im Nationalpark 321 Schmetterlingsarten vor, davon 76 Tag- und 245 Nachtfalter. Die Forscher nehmen an, dass diese Zahl nur 40-50 % der potentiellen Lepidoptera-Fauna ausmache. Durch den Schutz der Biotope versucht man, die Bedingungen für einen ungestörten Entwicklungszyklus bestimmter wichtiger Arten aufrecht zu erhalten. Hier kann zum Beispiel der Schmetterling Bläuling (Maculinea) genannt werden. Die Insektenordnung, die besonders gut erforscht wurde, sind die Köcherfliegen mit bis jetzt 80 registrierten Arten.


Manche Wirbeltiere wurden in Biovielfalt-Erforschungen untersucht, während andere entweder im Rahmen von Naturstand-Beobachtungen als Indikatoren dienten oder die Ökologie besonders interessanter und selten vorkommender Arten erforscht wurde.


Die Plitvicer Seen und ihre Zuflüsse sind überwiegend vom typischen Forellen- und Bergwasser geprägt. Die Bachforelle allerdings, die einer der Ureinwohner dieser Seen ist, ist mittlerweile weitgehend von den allochthonen Sorten Döbel und Rotfeder verdrängt worden. Neben den genannten Sorten wurden allein im See "Kozjak" noch mindestens vier weitere Fischarten nachgewiesen.

Die Amphibien sind im Nationalpark mit zwölf Arten gut vertreten, während die Zahl der Reptilien verhältnismäßig niedrig ist. Der lange Winter und dicke Schneedecken verhindern die Vielfalt dieser Wirbeltierklasse.

Die Vogelfauna mit ihren bis jetzt 157 nachgewiesenen Arten findet sich unter koatischen Nationalparks zahlenmäßig auf dem dritten Platz wieder. Eine sehr interessante und seltene Vogelart ist die Wasseramsel, deren Lebensraum reine Fließgewässerbiotope sind.


Im Nationalpark Plitvicer Seen wurden mehr als 50 Säugetierarten nachgewiesen: Ziesel, Spitzmaus, Feldmaus, Igel, Baum- und Steinmarder, Wildschwein und viele andere. Aktuelle Forschungen wiesen 20 Fledermausarten nach, die in verschiedenen Biotopen leben: in Löchern, Grotten, unter der Baumrinde, in Höhlen usw.

Besonders großes Interesse wecken Wolf, Reh, Hirsch, Wildkatze, Eurasischer Luchs, Otter und natürlich der Braunbär, die Perle des Plitvicer Tierreiches.