Wälder

Dank den frühen Anfängen des Forstwesens im heutigen Gebiet des Nationalparks und den Gesetzesregelungen zu den Wäldern, die eine nachhaltige Waldverwaltung vorschrieb, sind die Wälder des Nationalparks heute in natürlicher Form erhalten. Daher erfüllen sie vollständig alle gemeinnützlichen Waldfunktionen.


Die Rolle des Waldes für die Erhaltung der Plitvicer Seen erkannten auch die Autoren des ersten Waldprogramms (1883). Bei der Aufteilung der Waldflächen erklärten sie schon damals die Seenzone zum Schutzgebiet, in dem jegliche wirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen wurde.


Heute sind mehr als 80 % der Parkfläche bewaldet, der der Erosion vorbeugt. Die Wälder sind nicht nur äußerst wichtig für das Wasserlaufsystem, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für die vielfältige und reiche Parkfauna. Die Wälder des Parks sind in erster Linie Zufluchtsstätte für alle drei großen Wildtiere Europas: Braunbär, Wolf und Eurasischer Luchs.


Die meistvetretene Waldgesellschaft im Parkgebiet ist der Bergbuchenwald (Lamium orvala-Fagetum sylvaticae Ht. 38), der sich von den Ufern der Plitvicer Seen bis hinauf zu ca. 700 m ü. d. M. erstreckt. Aufgrund ihres Durchsetzungsvermögens und der bis zum Boden hängenden Baumkrone lässt die Buche anderen Baumsorten wenig Platz zur Entwicklung. Die zweithäufigste Waldgesellschaft ist der dinarische Buchen-Tannenwald (Abieti- fagetum dinaricum Treg. 75), der in der Zone über 700 m ü. d. M. vorkommt und von pflanzlicher Vielfalt geprägt ist (250 Arten). Dieses Waldgebiet beherbergt zwei wichtige Waldgesellschaften mit Reliktcharakter: den Christrose-Waldkiefer-Schwarzkieferwald (Heleboro – pinetum Ht.38) und den Dolomit-Fichtenwald (Picetum – dolomiticum Ht.58).

Weniger vertreten, aber nicht weniger wichtig sind folgende Waldgesellschaften:


 


  • der Blaugras-Hopfenbuchenwald (Seslerio - Ostryetum Ht.38)
  • der Heidekräuter-Hopfenbuchenwald (Erico –Ostryetum Ht.38)
  • der Eichen-Hainbuchenwald (Querco - Carpinetum Ht.38)


 


Im Gebiet des Nationalparks befindet sich der Urwald "Čorkova uvala", einer der besterhaltenen Urwälder im Buche-Tanne-Ökosystem. Er wurde 1965 zum Naturwaldreservat erklärt. Auf einer Fläche von 84 ha und 860-1028 m ü. d. M. findet man alle Urwaldsphasen vor, dominiert von der Alterungs- und Zerfallsphase. Er gehört zum sekundären Urwald, den der Mensch gelegentlich beeinflusste, der aber dennoch alle wichtigen Eigenschaften eines Urwalds beibehielt.

Der Urwald fasziniert vor allem durch sämtliche Dimensionen von Tannen, Fichten und Buchen. In einem Urwald ist der Lebensraum harmonisch auf die ökologische Beschaffenheit jedes Mitglieds der Lebensgemeinschaft abgestimmt. Er stellt ein völlig stabiles Waldökosystem dar - um dieses zu erhalten, müssen die Bedingungen, die ohne erheblichen menschlischen Einfluss vorzufinden sind, imitiert werden.